(f)roh & frei leben. silkes roh-vegane welt.

Begegnungen & Botschaften

Jede Begegnung in meinem Leben, mit Mensch, Tier, welchen Wesen, Ereignissen, Dingen, Büchern, Texten, Zahlen auch immer, ist eine Antwort auf die gerade anliegenden Fragen bzw. Themen in mir. Jede. Die Kunst besteht darin, diese Botschaften 1. wahrzunehmen und 2. zu verstehen. Es können Antworten auf ganz konkrete Fragen sein, aber auch Botschaften zu dem, was in mir lebt, ohne dass ich es schon in Worte gefasst habe. Vielleicht sogar ohne dass es mir so richtig bewusst geworden ist. Auch Reminder, Erinnerungen, die mich daran erinnern, was ich wirklich will. Mir bewusst machen, was ich gerade brauche. Mich (wiederum) aufwecken bzw. wach halten.

Besonders Tiere kommen häufig als spirituelle Botschafter oder als Krafttier, das Kraft und Mut und Hoffnung bringt. Ein sehr prägnantes Beispiel habe ich erst kürzlich, am Valentinstag, wieder erlebt, mit einer der Ziegen hier auf der Finca. Unterwegs im Garten hörte ich sie laut und kläglich mähen und ging um nachzusehen. Eine der Ziegen war auf die schmale Mauer am Zaun gesprungen und hatte ihren Kopf durch eine der Öffnungen im Zaun gesteckt und kam nun nicht mehr frei, weil sie mit den Hörnern festhing. Sie liess sich gern von mir helfen und mit ein bisschen vorsichtigem Schieben und Drehen gelang es mir, sie zu befreien. Ich war zunächst einfach nur tief berührt von dieser Begegnung, von ihrem Vertrauen, und voller Dankbarkeit, dass ich helfen konnte. Es war für mich eine sehr besondere Erfahrung. Als ich der Tochter später davon erzählte, erfuhr ich, dass die Ziege ihren Kopf eine Stunde später erneut durch den Zaun gesteckt hatte & wiederum steckengeblieben war. Die Tochter und ihre Freundinnen hatten sie dieses Mal befreit.

Gedanken dazu kamen erst nach einer Weile. Die Ziege ist mein Sternzeichen im chinesischen Horoskop. Wo hing ich gerade mit meinem Kopf (Geist/Ego) fest? In welche Fallen tappe ich immer wieder? Einzelheiten dazu möchte ich hier jetzt nicht teilen, aber die Ziege hatte mir einen Schubs in die richtige Richtung gegeben. 😉

Später habe ich dann noch nach der Botschaft der Ziege gegooglet und dies hier gefunden:

Die Ziege möchte dich die Überlebenskunst lehren.

Dies bedeutet auch, nicht alles hinzunehmen, sondern auch durchaus kritisch zu sein und auszumisten, was nicht zu Dir gehört. Sie möchte Dich einladen, Dich an ihr weiches Fell zu kuscheln, und mit ihr als Krafttier an Deiner Seite, Geborgenheit und Wärme zu erfahren. Dieses Krafttier weiß um die Plätze, die Dich nähren. Folge ihr daher und vertraue darauf, dass sie Dir die schmackhaftesten Kräuter, sprich die nährende Energie, zuführt. Die Aussage : „Du blöde Ziege!“, bezieht sich zumeist auf Hartnäckigkeit oder Sturheit der benannten Person. Wandle dies für Dich in Durchsetzungsvermögen und Willensstärke um, um Deine inneren Prinzipien mit ihrer Hilfe besser würdigen zu können. Sie möchte Dich daher aus dem Sündenbock Klischee herauslösen, einladen dieses Rolle abzugeben und Dich mehr mit der Natur, als auch mit Deiner inneren Natur, auseinanderzusetzen. […]“

Quelle

Ein weiteres Stück Botschaft, die ich zu dem Zeitpunkt wirklich brauchte & die mir in einer schwierigen Situation Kraft und neuen Mut gegeben & mich auf meinen Weg zurückgeführt hat.

Vielen Dank, liebe Ziege!

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Rohköstlich im kanarischen Winter – Was esse ich an einem Tag?

Zur Abwechslung mal wieder was über Rohkost 😀 … nach fast 12 Jahren roh-veganer Ernährung und 8 Jahren bloggen finde ich Artikel über meine täglichen Mahlzeiten nicht mehr sonderlich spannend … allerhöchstens die sich mit meinem jeweiligen Aufenthaltsort & der Jahreszeit wandelnden Tendenzen darin.

Doch da ich immer noch ab und an die Frage höre, was ich denn an einem Tag so esse, hab ich, nach langer Pause, mal wieder ein paar Tage lang mitgeschrieben und fotografiert.
Die Grundlage ist klar: high green, viel Grünzeug. Momentan riesige Mengen an Malve, die hier überall um mich herum wächst. Dazu Früchte & Gemüse, mal mehr, mal weniger süß. Manchmal Avocado und gelegentlich kleine Mengen an Samen oder Nüssen.

Hier sind also mal vier Beispieltage, im Winter, in Teneriffa:

Tag 1: Zum Frühstück Papaya & Malve. Später ein paar Deglet Datteln. Um den Mittag herum Buchweizen-Stevia-Creme aus gekeimtem Buchweizen (das Rezept dafür findest du in diesem eBook), mit einem Kopf Salat dazu. Zwischendurch Malve, Malve & noch ein bisschen Malve. Am Abend noch einen Kopf Salat, mit Algen, Knoblauch, Kurkuma und Avocado.

Tag 2: Zum Frühstück einen grünen Smoothie aus 1 kleinen Banane, 1 Tasse Wasser, Stevia, Gerstengras, Spirulina und der Kurkuma-Latte-Gewürzmischung von Sonnentor. Über den Tag verteilt jede Menge Malve und weitere Bananen: 3 kleine gelbe, 1 rote. Eine davon hab ich in Scheiben geschnitten und mit Ingwer und Süßholz bestreut. Abends dann noch mehr Malve mit 1 kleinen Banane, Kurkuma, Ingwer und Knoblauch dazu. (Anmerkung zu diesem Tag: ich hatte reichlich reife Bananen geschenkt bekommen … sie schmecken schon gut, so frisch & reif geerntet. Aber das war zuviel für meinen Geschmack.)

Tag 3: Über den Tag verteilt etwa 2 kg Papaya und jede Menge Malve. Abends 1/2 Kopf Salat mit Kurkuma, Knoblauch & Algen.

Tag 4: (Ohne Foto): Zum Frühstück 2 Orangen. Eine Stunde später 5 Deglet Datteln. Über den Tag viel … na, was wohl? richtig: Malve 😉 . Abends 1 Kopf Salat mit Kurkuma, Knoblauch und Algen, und noch ein bisschen Malve.

Kanarischer Winter

Heute hab ich ein paar Impressionen aus unserem derzeitigen Leben auf der Finca. Im Teneriffa-Winter – d. h., Sturm, viel Regen, Temperaturen zwischen 10 und 16 Grad.

Im Meer baden ist momentan offensichtlich nicht möglich. Zumindestens nicht an diesem Ende der Insel. Schwimmen war ich gestern im Schwimmbad – hauptsächlich, um anschließend zu duschen und mir – dringend nötig – die Haare zu waschen. Eine Erfahrung, die ich mal als erfolgreiche Kälteanwendung nach Wim Hof verbuche: das warme Wasser in den Duschen war kaputt, ich habe also eiskalt geduscht, lange, incl. lange kaltes Wasser über meinen Kopf – ich habe sehr viele, dichte Haare, da dauert das Waschen (mit Sidr) und Ausspülen eine Weile. Das tat echt weh nach einer Weile, und mir war anschließend leicht schwindelig. Dafür war mir den Rest des Tages nicht nur schön warm, sondern ich war auch voller Energie, bis in den späten Abend.

Zum Wäschewaschen haben wir erstmalig den nächstgelegenen Waschsalon ausprobiert: in Santa Cruz, ca. 70km entfernt 😉 … es gibt nur zwei Waschsalons auf der Insel, der andere ist in La Laguna, ungefähr dieselbe Entfernung von uns. Also eine lange Anreise. Wir haben den Ausflug mit Einkäufen und anderen Erledigungen verknüpft – z. B. auf dem Markt in Santa Cruz.

Und sonst? Wir genießen Papayas, Bananen, Avocados & Malve. Und ab und zu mix ich auch mal was – wie z. B. Rawtella, serviert als Tortenbelag auf Orange:

Der Sturm hat die Dachabdeckung auf dem Klohäuschen zerstört, da regnet es jetzt rein. Also eigentlich haben wir momentan doch eine Dusche hier. 😉

Mein Bedürfnis nach Alleinzeit motiviert mich zu häufigen Spaziergängen, entweder in der direkten Umgebung (nicht so aufregend), oder am Meer <3

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Im Fluss sein. Der Fluss sein. Ankommen in Teneriffa.

Ankommen in Teneriffa.

Seit zwei Wochen sind wir nun schon hier. Meine zunächst schwankende Welt, schon bekannte Nachwirkungen der Schiffsreise hierher, hat sich nach ein, zwei Tagen beruhigt. Noch schneller hat sich meine ebenfalls schwankende Energie wieder stabilisiert – sie war kurzfristig leicht verloren, irgendwo zwischen dem Widerstand der Tochter, für die manche unserer aktuellen Wohnumstände weit außerhalb ihrer Komfortzone liegen. (Keine Sorge, auch sie hat sich damit angefreundet. Sie ist ein sehr starkes und mutiges Mädchen. <3 ) Meinem Vermissen der Weite, die ich gerade so sehr genossen habe. Und Dankbarkeit, für das Geschenk unseres aktuellen Wohnraums, mit all seinen Herausforderungen und Gelegenheiten. Mit Fokus auf Dankbarkeit und ersten aktiven Schritten, um es mir hier angenehm zu machen, komme ich wieder zu mir. In den Fluss. Der Fluss (des Lebens, der Ereignisse), der nichts von mir Getrenntes ist, das mich einfach mitreisst. Mitunter fühlt es sich so an, und dann hilft es, mich zunächst einfach mittragen zu lassen. Den Kopf über Wasser zu behalten, achtsam zu bleiben und zu vertrauen. Bis ich wieder sehe, dass ich der Fluss BIN. Der Fluss und ich, Teil eines Ganzen, zu dem Alle und Alles gehört. Indem ich selbst zum Fluss WERDE, meine Macht akzeptiere, gestalte ich mein Erleben wieder selbst. Egal, was mir begegnet – ich entscheide, wie ich darauf reagiere. Mit Widerstand, Klagen, Unglücklichsein – oder mit Annahme, Liebe, Dankbarkeit. Dankbarkeit für das, was mir gegeben wird und für das, was mir gerade vorenthalten wird. Ich entscheide mich dafür, immer wieder, den ersten Schritt zu tun – zu mir, zu den Umständen, die ich gerne hätte. Und dann die Magie sich entfalten zu lassen.

Dankbar bin ich gerade für diese momentanen Geschenke:

  • Wir haben ein Häuschen zum Wohnen. Bestehend aus einem Raum. Noch sehr spärlich möbliert. Mit einer Glastür, die gleichzeitig Fenster ist. Und einer gerundeten Rückwand. 🙂

    Wir haben aus ein paar Regalteilen und Pappe eine Trennwand zwischen unsere Schlafplätze gebaut, doch der andauernde Mangel an Alleinzeit macht mir noch zu schaffen. Insbesondere an Tagen wie dem gerade vergangenen Vollmond und der Mondfinsternis – die mir viel Traurigkeit und schwere Energie gebracht haben, für die ich keinen Raum gefunden habe. So viel, was ich hier lernen kann … so viele neue Wege zu finden, um mit meinen inneren Stürmen umzugehen.

  • Wir haben Strom und Wifi und sogar einen Tisch, an dem wir arbeiten und zeichnen etc. können. Die digitale Nomadin in mir hat also, was sie braucht. 😉 Um es mit den Worten von Aziz Z. Zahara aus „40 rules of love“ zu sagen: „Alles, was ich tun kann, ist, mein Laptop mitzunehmen, versuchen, eine gute Internetverbindung zu bekommen und hoffen, dass ich einen weiteren Tag leben werde.“ 🙂
  • Unsere Kleidung lagern wir weiterhin in Taschen, und sind nun, nachdem wir unsere hier auf der Insel eingelagerten Sachen geholt haben, umgeben von vielen (zu vielen) Kisten voller Spielzeug, Bücher und ein paar Küchensachen; Dinge, die zum größten Teil schnellstmöglich auf Flohmärkten und ähnlichem verkauft werden sollen. Mein Wunsch, aufzuräumen, Ballast abzuwerfen, war einer der Gründe für unser Herkommen.
  • Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände möchte ich deshalb auch nicht kaufen. Lieber finden oder leihen. Oder aus Vorhandenem bauen. Viel Raum hier zum Finden kreativer Lösungen, um unsere Sachen etwas einfacher und platzsparender unterzubringen.
  • Wir haben hier kein Wasser. Nicht im Haus und nicht draußen – abgesehen von dem dieser Tage reichlich fallenden Regen ;). Wir waschen uns mit gekauftem Trinkwasser, an einer Waschschüssel. Eine weitere Waschschüssel dient zum Geschirrabwaschen. Ca. einmal die Woche gehen wir ins nächste Schwimmbad, um zu duschen. Was für eine wunderbare Gelegenheit, regelmäßig schwimmen zu gehen! Der Pool im Schwimmbad in Buenavista ist sogar ungechlort, gefüllt mit Salzwasser.
  • Die Toilette hier ist am anderen Ende der Finca, so dass sicher dafür gesorgt ist, dass wir selbst an Tagen voller Computerarbeit & bei Sturm und Regen mehrmals am Tag an die frische Luft kommen.
  • Um uns herum wachsen Bananen, Maracujas und Papayas und noch so manches. Und reichlich Grünzeug: Malve, Fenchel, Petersilie … Und es gibt auch hier einen samstäglichen Bauernmarkt, nicht allzu weit entfernt.
  • Die Tochter, die sich schon lange ein „Haustier“ wünscht, kann hier die Gesellschaft eines süßen, ca. 2 Jahre alten Hundes, einiger Ziegen und Hühner genießen.



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Rohkost auf dem Meer. Oder: Reisen innen und außen.

Nach ein paar Tagen in Tarifa ging die Fahrt weiter, nach Cádiz und dort auf die Fähre, Richtung Teneriffa. 48 Stunden auf dem Atlantik. Viel Zeit für die weitere Reise im Innen. Denn, wie Shams von Tabriz es sagt: „Osten, Westen, Süden oder Norden macht wenig Unterschied. Egal wo dein Reiseziel liegt, gehe sicher, dass jede Reise eine Reise im Innen ist. Wenn du in dir reist, wirst du die ganze Welt und mehr bereisen.“ Dieses Zitat (in meiner Übersetzung 😉 ) stammt aus dem Buch „The 40 rules of love“* von Elif Shafak, meiner derzeitigen Lektüre, die meine momentane Reise perfekt und voller Magie begleitet. Ich kann das Buch nur empfehlen – falls du lieber deutsch liest: es gibt auch eine übersetzte Version: „Die 40 Geheimnisse der Liebe“*.

Und die Überfahrt war tatsächlich mit einer sehr intensiven Reise in meiner inneren Welt verbunden. <3 Neben der die äußeren Umstände kaum eine Rolle gespielt haben. Irgendwie haben die Stunden auf der Fähre eine ganz besondere Qualität. Wie außerhalb der Zeit. Für die Tochter war die Zeit hingegen recht lang. Sie hat sie überwiegend mit Hörbüchern und Zeichnen und Spielen auf dem Smartphone gefüllt. Diesmal waren es sogar noch fast 10 Stunden mehr, da wir, statt von Huelva mit Naviera Armas diesmal von Cádiz mit Transmediterranea gefahren sind. Die Fahrt ist etwas teurer – was sich relativiert, falls du das Essensangebot auf dem Schiff nutzen magst. Bei Transmediterranea sind drei Mahlzeiten pro Tag inklusive, bei Naviera Armas musst du alles einzeln bezahlen. Das einzig Essbare aus unserer Perspektive waren allerdings Äpfel und Orangen, von denen es jedoch nur jeweils ein Stück pro Person und Frühstück gab … nun ja, nachdem sie mitbekommen hatten, dass wir nur Früchte essen, haben sie mir je zwei Teile gegeben :D. Wir waren natürlich vorbereitet und hatten eine große Tasche mit Essen dabei. Für die zwei Tage (Dienstag 17 Uhr bis Donnerstag 17 Uhr) hatten wir 6 Äpfel, 6 Orangen, 4 Avocados, 4 Zucchini, 2 kleine Bananen, ca. 20 Datteln und viel frischen Ingwer :), 1kg Mandeln und 5 1,5-Liter-Flaschen Wasser dabei. Außerdem Spirulina-Pulver* und getrocknete Meeresalgen. Die Tochter hatte außerdem noch eine halbe Tafel vegane Schokolade und 2 Packungen Maiswaffeln dabei. Von dem Vorrat ist einiges übrig geblieben – mein Hunger war nicht so groß, und es geht mir bei Seereisen definitiv besser, wenn ich weniger esse.

Bei den Armas-Fähren darf man zwischendurch zum Auto, das ging bei Transmediterranea nicht, weshalb wir alles mit uns herumschleppen mussten. Dafür hängen bei Transmediterranea nicht an jeder Ecke lautstark laufende Fernseher (ein echter Pluspunkt aus unserer Perspektive; mit der wirklich lauten Dauerbeschallung bei den Spaniern haben wir beide Probleme.) Und, großes Glück, wir haben wunderbar bequeme Schlafplätze gefunden, um uns mit unseren Schlafsäcken auszubreiten – es gibt natürlich auch Kabinen, aber wir reisen ohne.

Ein weiterer Unterschied: Armas bietet ein Animationsprogramm, draußen. Bei Transmediterranea dagegen herrscht draußen Ruhe, und ich konnte so das wundervolle Atlantik-eigene „Programm“ genießen: Meer und Himmel, so weit das Auge reicht. Einfach nur Weite. Hach <3.

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Reisen im Fluss

Seit zwei Wochen sind wir wieder mal unterwegs. Langsam reisend, gen Süden, gen Sonne. Unser Ziel für die nächsten Monate ist Teneriffa. Freund*innen dort treffen, uns um unser dort noch lagerndes Zeugs kümmern (aufräumen, Ballast loswerden … 😉 ). Und natürlich: Sonne, Wärme, Früchte genießen.

Die Reise war nur grob geplant; die Strecke und die Orte zum Anhalten und Übernachten durften sich unterwegs entfalten. Wir haben ein paar wundervolle Menschen, liebe Freunde, Seelenfamilie, besucht. Ausgiebig Frankreichs Landschaften genossen. Vor allem die lange Strecke entlang der Rhône hat mich sehr berührt und ich habe einige wunderschöne Plätze entdeckt. Orange haben wir uns (kurz) angesehen und Avignon. Weiter ging es über die Pyrenäen, auf der Ostseite, entlang der spanischen Küste herunter und dann durch Andalusien, über die Sierras Richtung Granada. Während es zuvor mit jedem Kilometer heller, wärmer, sonniger wurde, gerieten wir irgendwo hinter Murcia in Unwetter. Mit Vorwarnung: Ich sah ein Graffiti neben der Straße, „Neko Storm“ (was mir eigentlich wegen des Wortes „neko“ (japanisch für Katze) auffiel … und kurz danach begann es geradezu sintflutartig zu regnen, mit teilweise recht starkem Wind dazu. Einige Zeit und etliche Höhenmeter weiter oben, verwandelte sich der Regen in Schnee. Wow. Ich hielt an einer Tankstelle, um ein Foto von den schneebedeckten Bergen zu machen – und nutzte die Gelegenheit zum Tanken. Was sich kurz darauf als eine gute Idee herausstellte, denn nur ein kleines Stück weiter war die Autobahn gesperrt, vermutlich des Wetters wegen, und, auf der Suche nach einer Alternativroute, verirrten wir uns in den Bergen rund um Diezma. Nach stundenlangem Umherirren fanden uns rettende Engel in Gestalt von hilfsbereiten Polizisten, die vor uns her fuhren, bis wir wieder auf dem richtigen Weg waren.

Da ich vergessen hatte, dass es ein Feiertag war & alle Geschäfte geschlossen hatten, waren uns unterwegs auch unsere frischen Lebensmittel ausgegangen. Doch als wir am frühen Abend endlich in Almuñécar ankamen, fanden wir dort nicht nur einen kostenlosen Parkplatz direkt vor unserem Hostel vor, sondern auch einen kleinen Laden, der frische, reife, regionale Avocados und Cherimoyas verkaufte. Im Hostel waren wir die einzigen Gäste und bekamen von dem freundlichen Inhaber ein viel größeres Zimmer als das, für das wir bezahlt hatten. Dazu auch gleich noch die Schlüssel für die Eingangstür, weil er für den nächsten Tag bessere Pläne hatte als die Rezeption zu bewachen.

In Andalusien wollten wir nun ein paar Tage bleiben und uns dort mit anderen Worldschoolern, reisenden Freilernern, treffen. Bis dahin hatte ich die vage (in Stein gemeisselt sind meine Pläne schon seit langem nicht mehr) Idee, mit der Fähre am 13. Januar von Huelva nach Teneriffa überzusetzen. Nachdem ich nun unsere Verabredungen und weiteren Unterkünfte für die geplante Zeit dort organisiert hatte, stellte ich jedoch fest, dass die Fähre am 13. gar nicht fuhr. Offenbar sollten wir also länger in Andalusien bleiben. 🙂

Zunächst verbrachten wir ein paar Tage in Almuñécar, La Herradura, Nerja. In Nerja herumbummeln, die beeindruckende Tropfsteinhöhle ansehen … und vor Allem: ein wundervolles Treffen von Worldschoolern, die sich dort in der Gegend aufhalten. Kinder vom Babyalter bis zu Teens, unterschiedliche Nationalitäten. Wie wunderbar für die Tochter, hier auf Menschen ihres Alters zu treffen. Denn oft treffen wir nur Freilernerfamilien mit deutlich jüngeren Kindern. Eine Familie aus North Dakota hatte uns eingeladen, die nächsten Tage bei ihnen zu wohnen, und so zogen wir weiter nach Mijas, westlich von Malaga. Deren achtjährige Tochter und „meine“ fanden als gemeinsames Interesse doch immerhin rasch das Zeichnen, und die beiden Mädchen (und auch ich) verbrachten viel Zeit damit zusammen. Einen Tag haben wir in Málage verbracht – eine Stadt, die ich mag, mit sehr schöner Innenstadt/Altstadt, einem tollen Markt und einem Kulturangebot, dass viele Tage füllen könnte. Wenn du soviel Stadt ertragen magst; ich genieße das ein paar Stunden lang, mehr ist mir dann zuviel. Tipp: ohne Auto bewegt es sich wesentlich entspannter durch die Stadt!

Zwischenzeitlich hatten wir uns entschieden, mal die ab Cadiz fahrende Fähre von Transmediterranea auszuprobieren. Die fährt noch ein bisschen länger als die andere, 48 Stunden. Viel Zeit auf dem Atlantik also. Dafür ist es mal wieder was Anderes – mit der Fähre ab Huelva, von Naviera Armas, sind wir schon so oft gefahren, dass wir uns zeitweise fast zuhause darauf gefühlt haben. 😉

Die zusätzlichen Tage bis zur Abfahrt am 16. haben uns nun nach Tarifa geführt … ein wundervolles Dorf auf dem südlichsten Zipfel der iberischen Halbinsel. Soviel Magie hier, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen, und es nur eine Stunde mit der Fähre bis Afrika braucht – ich kann es von hier aus sehen. Meer also, Palmen, viel wunderschönen Strand. Auch die Altstadt gefällt mir sehr, schmale Straßen und winzige Gässchen, Häuser mit den hier typischen Patios. Und so eine tolle Energie hier, ich habe mich auf Anhieb in den Ort verliebt und bin dem Fluss des Lebens mal wieder sehr dankbar für den „Umweg“, der mich hat hierherkommen lassen!!!

Bevor ich dir nun ein paar Bilder aus den vergangenen zwei Wochen und von hier zeige, noch ein paar Worte zur praktischen Gestaltung unserer Reise: Während wir in wärmerer Jahreszeit unterwegs meist zelten (unser Auto ist zu klein, als dass wir darin schlafen könnten), schlafen wir jetzt im Winter entweder bei gastfreundlichen Menschen, die uns einladen, oder mieten auch mal ein Zimmer. Meistens über AirBnB* oder über booking.com*.

Unser Essen gestalten wir überwiegend sehr einfach: wir kaufen Obst, Gemüse, Salate, Mandeln – was wir unterwegs halt bekommen, und essen das einfach so. Zum vor der Abreise eingepackten Proviant gehörten aktivierter (angekeimter und wieder getrockneter) Buchweizen, aktivierte knusprige Sonnenblumenkerne (beides selbstgemacht, und leider mittlerweile aufgegessen) sowie Salatalgen von Algamar und Spirulina-Pulver. All das eignet sich prima, um unsere einfachen Mahlzeiten, zum Beispiel aus Avocado, Tomate, Salat, Zucchini bestehend, ein bisschen aufzupeppen.

Ein magisches Fleckchen an der Rhône

Sonnenuntergang am Mittelmeer, irgendwo in Südfrankreich

Über die Pyrenäen

Schnee auf den Sierras

Blick von einem der schönsten Orte in Nerja aufs Mittelmeer

Malaga

Malaga

Mangas gibt es auch in Malaga

Blick in einen Patio

Tarifas Altstadt



Die Puerta de Jerez in Tarifa

wenn mir der ägyptische Gott der Transformation in Tarifa begegnet …

Tarifa. Palmen. Sonne. Blauer Himmel.

Sonnenuntergang an der Meerenge von Gibraltar (Tarifa)

*Das sind Einladungslinks der beiden Plattformen; wenn du dort noch nicht registriert bist bzw. über diese Links etwas buchst, bekommen sowohl du als auch ich eine Gutschrift dort.

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Danke 2017, danke DIR!!!

Ein weiteres unglaubliches Jahr geht zu Ende. Für mich war es ein gleichermaßen wundervolles wie herausforderndes Jahr. Ein Jahr, um das Chaos zu meistern, innen und außen. Mitzuschwimmen im Fluss, alle Strömungen zu spüren und dabei den Kopf oben zu behalten.

Ein Jahr voller Wunder und Herausforderungen, voller Licht und Schatten, und um beides zu umarmen und zu feiern. Denn das eine ist nicht besser als das andere … und ohnehin ist es nicht wirklich zu unterscheiden. Sobald du aufhörst, das Eine oder das Andere irgendwie zu bewerten – wer will dann sagen, was Licht ist und was Schatten?

Ich habe so viel von mir – und dir und uns – gesehen. Gefühlt. Und umarmt. Das Wunder, das wir sind.

So viel aus diesem bewegten Jahr wartet hier darauf, geschrieben und geteilt zu werden, doch irgendwie war dafür in den letzten Wochen kein Raum. Zuviel Chaos 😉 Ohnehin sind manche der Fragen in mir noch ohne in Worten fassbare Antwort. Und auch das ist okay so. Auch Fragen dürfen einfach mal sein. 😉

2017 war auch ein Jahr, um die Sehnsucht in meinem Herzen wahrzunehmen und ihr Raum zu geben. Sie ist groß, die Sehnsucht. Immer lauter auch, nicht zu überhören. 😉 Und ich finde Wege, ihr zu folgen und meine Träume zu leben!!!

2018 wird ein 11-er Jahr. Ein Jahr der Umsetzung. Die 11 ist eine Meisterzahl. Das Jahr also, um Meisterin meines Lebens zu sein! Um meine Träume und Visionen in die Welt zu bringen. Ein Jahr voller Inspiration. Sei bereit für große Veränderungen, denn, wie die Schamanen der Maori es sagen: „Der Mensch betritt die nichtalltägliche Wirklichkeit.“ Die Zeit des übersinnlichen Erwachens beginnt. Ich glaube, weil ich weiß. Wissen, dass sich nicht mit Verstand und Logik erklären lässt.

Noch ein bisschen Numerologie: die 11 lässt sich noch weiter rechnen, 1+1 = 2. Die 2 steht für Miteinander. Wir wachsen alle miteinander – auch das ist wirklich kaum noch zu übersehen. Vernetzen, teilen, fördern. Ich entdecke mich in dir. Dass wir alle eins sind, verbunden, du ein anderes ich, wird für mich immer deutlicher. Und bin unendlich dankbar für all die wundervollen Menschen, die dieses Jahr meinen Weg gekreuzt und begleitet haben.

Ganz besonderen Dank möchte ich DIR sagen, für deine Begleitung auf meiner Reise, hier im Blog oder in den Social Medias. Danke für deine Teilnahme, deine Kommentare (auf welchem Weg auch immer), deine Zustimmung und Ablehnung, danke für alles!!! Welche Aspekte meines Weges auch immer für dich interessant sein mögen – ich freue mich, wenn wir weiter zusammen reisen und du hier etwas von dem findest, was du suchst.

Neben der sehr tiefen und turbulenten inneren Reise ist es nun, nach ca 7 Wochen am selben Ort, wieder Zeit für mich, mich im Außen zu bewegen. Ich bin am meisten Zuhause, wenn ich unterwegs bin. Veränderung (er)lebe. Und ich sehne nach Sonne. Natur. Meer. Draußensein. Morgen geht die Fahrt wieder los. Richtung Süden. Lass dich überraschen, von wo du mich das nächste Mal liest. (Ich weiss es auch noch nicht. 😉 )

Ich wünsche dir ein neues Jahr voller Wunder, Glück & Liebe!!!

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Feier-Tage & ein Rezept für dich

Auch wenn ich mich dem ganzen Weihnachtsrummel weitgehend entziehe, freue ich mich natürlich über die Gelegenheit, die Menschen um mich herum mit Rohköstlichkeiten zu verwöhnen. Und noch mehr darüber, dass selbst meine Herkunftsfamilie – die da lange sehr zurückhaltend & misstrauisch war – probiert. Und es ihnen sogar schmeckt.

Die Freude am Zubereiten und Teilen hat mir bewusst gemacht, wie weit mein Rohkost-Café, mein ganzer Traum, mein wahres Leben, in den letzten Wochen gerückt sind. Höchste Zeit, mich wieder darum zu kümmern!

Doch darüber mehr beim nächsten Mal. Heute möchte ich dir ein paar meiner weihnachtlichen Rohköstlichkeiten zeigen & dir ein paar der Rezepte dafür schenken. Für Lebkuchen und Marzipankartoffeln, die du hier siehst:



REZEPT FÜR MARZIPANKARTOFFELN

Vermixe zwei Handvoll Cashewkerne mit einer Handvoll Datteln und einem Teelöffel Kakaopulver. Alle Zutaten in Rohkostqualität bekommst du hier.

Rolle zwischen den Handflächen kleine Kugeln aus dem Teig und schwenke sie anschließend noch kurz in einer Schüssel mit etwas Kakaopulver.

Für HELLE MARZIPANKARTOFFELN mixt du nur die Cashews zu Mehl und verknetest sie mit einem Löffel hellen Honig.

REZEPT FÜR LEBKUCHEN

Vermahle je 100g Mandeln und Leinsamen zu Mehl und vermische das mit 100g Erdmandelmehl und 2 EL rohköstlichem Kakaopulver und 5 TL Lebkuchengewürz. Gib ca. 200g entsteinte Degletdatteln und 50g Rosinen dazu und verarbeite alles im Vitamix zu einem knetbaren Teig. Unterbrich das Mixen immer mal wieder, damit der Teig nicht zu warm wird.

Forme aus dem Teig Kugeln und drücke diese dann anschließend in Lebkuchenform.

Für den Schokoüberzug stellst du die geformten Lebkuchen kurz ins Gefrierfach, während du, im Trockner oder im Wasserbad, bei ca. 40°C, die Schokolade schmilzt. Du kannst dafür entweder eine fertige Tafel Rohkostschokolade verwenden, oder du schmilzt rohköstliche Kakaomasse und Kakaobutter zu gleichen Teilen und süßt diese Mischung nach Geschmack mit Xylitol oder Kokoszucker. Auf das Süßen der Schokolade kannst du evtl. auch verzichten, da die Lebkuchen schon sehr süß sind.
Tauche die Oberseite der Lebkuchen in die geschmolzene Schokolade. Durch das vorhergehende Kühlen wird die Schokolade dabei schnell fest und läuft nicht gleich wieder herunter. Stell die mit Schokolade überzogenen Lebkuchen dann noch zum Durchhärten des Schokogusses für eine halbe Stunde ins Gefrierfach.

Was auch allgemeinen Anklang fand, war mein Tirawmisu … eine roh-vegane Tiramisu-Variante. Angerichtet in kleinen Gläschen:



Was immer du dieser Tage feierst, ich wünsche dir aus ganzem Herzen eine wundervolle Zeit voller Licht und Liebe! Lasst uns das Licht in einander und in uns selbst feiern. Und den Schatten, denn der ist genauso wertvoll und liebenswert.

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Rohköstliche Geburtstagstorten

Zum 13. Mal haben wir vor ein paar Tagen den Geburtstag der Tochter gefeiert. Zwölf Mal davon mit rohen Torten.

So auch in diesem Jahr. Heuer gab es eine Regenbogentorte.

Roh & vegan, einschließlich der Farben. Gefärbt habe ich den Regenbogen mit Roter Bete, Magic Blue Spirulina, Chlorella und Kurkuma Latte Gewürzmischung. Keine Sorge wegen des Geschmacks – kleine Mengen reichen aus; die Torte schmeckt nicht nach Bete oder Algen 😉 ). Für den Boden hab ich aktivierten Buchweizen und Datteln verwendet; die Tortenfüllung besteht aus Cashews, Kokos und Datteln, und überzogen ist das Ganze mit selbstgemachter Schokolade, u. a. aus Kakaomasse, Kakaobutter, Lucuma und Kokoszucker. (Letzterer des Geburtstagskinds wegen; zwar halte ich Kokoszucker für eine bessere Alternative als Agavendicksaft, aber mein Süßungsmittel der Wahl ist er nicht. Das wären Stevia oder Datteln. )

Köstlich war sie! Nichts für jeden Tag allerdings: der schweren Inhaltsstoffe wegen und, nebenbei, des Zeitaufwandes: Mit der Herstellung einer solchen Torte bin ich, inklusive Wartezeiten etc., fast einen ganzen Tag beschäftigt. Und ich liebe es! 🙂

Hier siehst du einige der Torten aus den vergangenen 11 Jahren:



Frühstück: Torte im Glas. Medjool, Goldkiwi, Ananas
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Reise-Impressionen & Wissenswertes: Ägypten

Zeit & Ort sind merkwürdige Phänomene. Am Abend meiner Rückkehr aus Ägypten, auf den letzten Metern des unbefestigten Weges zum Tor meines derzeitigen Zuhauses, hatte ich das Gefühl, aus einer anderen Dimension zurückzukehren. Aus unendlicher Ferne zu kommen, endlos lange Zeit fort gewesen zu sein. Wenige volle Tage und eine Vielzahl sich überschlagender Geschehnisse haben mich sehr schnell wieder im Hier und Jetzt ankommen lassen. Ich bin HIER – so soll es ja auch sein. Tue, was ich vorher getan habe und bin doch eine Andere als zuvor. Wie alles, was ich erlebe, mich verändert und mein morgiges Ich ein anderes sein wird als das jetzige. Diese Reise, das Kennenlernen einer neuen fremden Welt, hat mich tief beeindruckt.

Ich bin im Nil geschwommen. Und darauf gesegelt ;). Manche sagen, ein Bad im Nil heilt alles. Ob das stimmt, weiss ich nicht. Doch es hat etwas mit mir getan, und ganz deutlich habe ich das Gefühl, manches, was mich gefesselt hatte, dort gelassen zu haben.

Ich habe die Wüste gesehen. So lange Zeit schon hatte ich mir das gewünscht, mich danach gesehnt. Und sie hat mich nicht enttäuscht. Ich habe eine neue Liebe gefunden 😉
Unbeschreiblich, diese Weite. Sand. Himmel. Nur die Weite und ich. Damit die Seele wachsen kann, müssen die Augen weit schauen können. So ähnlich habe ich es vor Jahren mal bei Paulo Coelho gelesen (Ich glaube, das war in „Schutzengel„*) und für mich hat es sich tatsächlich immer so angefühlt. Zwischen Mauern oder engen Bergen kann ich nicht lange leben, und so sehr ich den Wald liebe, zieht es mich doch immer wieder zum Meer. Oder eben in die Wüste oder ähnliche weite, flache Landschaften.

Speziell und unvergesslich: die hunderte Kilometer lange Strecke durch die Wüste im Osten des Landes. Die gegen Ende durch einige atemberaubend schöne Bergketten führt, um dann den Blick freizugeben auf das Rote Meer – seinem Namen zum Trotz wundervoll türkis und blau schimmernd. Wer glaubt, ein Meer sei wie das andere, möge noch mal genauer hinschauen. Ich habe noch nicht alle gesehen, doch die, die ich kenne – der Atlantik, das Rote Meer, das Mittelmeer, Nordsee und Ostsee -, sie alle sehen unterschiedlich aus.

Die Wüste hat mich begrüsst bei meiner Ankunft, mitten in der Nacht, beschirmt von einem von Sternen übersäten Himmel. Und mich verabschiedet … auf der eben beschriebenen Fahrt und schließlich von oben, aus dem Flugzeug. In der klaren Luft schien es, als flögen wir nur wenige Meter über dem Boden … und stünden still in der Luft. Ein Wahnsinnsgefühl. Der Anblick änderte sich erst ganz im Norden des Landes, kurz vor dem Mittelmeer … Wasserwüste nach all dem Sand. Die griechischen Inseln … ebenfalls verknüpft mit spezieller Erinnerung. Vor zwei Jahren erst war ich dort … Im Flugzeug hatte ich das Glück, einen Fensterplatz bekommen zu haben und habe bis Kroatien oder so ununterbrochen hinausgeschaut. (Danach wurde es wolkig, und immer nasser und kälter, gelandet sind wir schließlich bei 6°C und Regen.)

Noch ein besonderes Geschenk, das Ägypten mir gemacht hat und für das ich so dankbar bin: die Sonnenaufgänge. Die ich bisher in meinem Leben nur sehr selten bewusst miterlebt und angesehen habe. In Ägypten bin ich dank der frühmorgendlichen Gesänge aus den Moscheen immer schon zwischen 4 und halb fünf aufgewacht, und hatte somit viel Zeit und Gelegenheit, Morgenhimmel und diverse magische, wunderschöne Sonnenaufgänge zu sehen. Was für eine wundervolle Art, den Tag zu beginnen! Ich habe versucht, diese Morgenmagie auch hier in Deutschland zu zelebrieren, doch nach einem zehnminütigen Lauf entlang einer stark befahrenen Straße, durch Regen und erfrischende 4°C, fällt es mir nicht so leicht, im – meist hinter Wolken verborgenen – Sonnenaufgang die Magie des Tagesanfangs zu finden.

Natürlich habe ich auch einige Tempel besucht; von einem unglaublich guten Guide vieles über die Geschichte und Magie des Alten Ägyptens lernen dürfen, und bin sowohl von dem Gehörten als auch von der Energie und Magie der Tempel und anderen Bauwerke fasziniert und tief berührt.

Ich bin, allein und in Gesellschaft, durch Städte und Natur gelaufen. Habe wundervolle Menschen kennengelernt. So viel habe ich schon gesehen, und doch war es nur ein Bruchteil des Landes und seiner Schönheit. Meine Bucket List ist wiederum gewachsen … eines, was ich unbedingt machen möchte, ist, mit einer Karawane durch die Wüste <3 zu einer Oase zu reisen und dort eine Weile zu sein.

Zu einigen Themen (des aktuellen Ägyptens) habe ich viele Fragen und Bemerkungen gehört und möchte die hier gern kurz beantworten:

  • Sicherheit: Vor meiner Reise habe ich unzählige Warnungen gehört, nahezu jede*r hat mich darauf hingewiesen, dass Ägypten gefährlich sei, unsicher, und ich da doch besser nicht hinreisen sollte. Schon gar nicht als alleinreisende Frau. – Wie ich es erfahren habe: Die Ägypter sind ein überwiegend friedvolles Volk. Katholiken und Moslems leben einträchtig miteinander. Die Menschen sind sehr freundlich und extrem hilfsbereit. Man kann seine Sachen im offen Auto liegenlassen, ohne Angst vor Diebstahl.
    Aufgrund der politischen Lage ist das Militär, vor allem in Assuan, sehr präsent. Es gibt viele Kontrollposten, überall, an denen immer wieder mal Papiere kontrolliert und Kofferräume überprüft werden. Ungewohnt, doch es geht nichts Bedrohliches von ihnen aus. Ich bin stundenlang, auch allein, unbehelligt durch Assuan und Luxor gelaufen und habe mich die gesamte Zeit dort absolut sicher gefühlt. Bei meiner Bekleidung habe ich Rücksicht auf die dortigen Sitten genommen – lange Hosen, nichts Schulterfreies bzw. Tuch um die Schultern, wenn ich nur ein Trägertop anhatte.
    Beim Einkaufen, Taxi-fahren etc. gehören Preisverhandlungen dazu. Du akzeptierst dort niemals den ersten Preis. Wenn doch, zahlst du höchstwahrscheinlich zu viel. Um wirklich zu wissen, wieviel jeweils angemessen ist, hätte ich allerdings länger dort sein müssen. Das Kostenniveau dort ist ein ganz anderes – eine ganze Familie wird von 200 ägyptischen Pfund pro Woche satt – das sind 10 EUR …
    Die Sicherheitskontrollen am Flughafen sind gründlicher als in London, und auch an Bahnhöfen wird schon beim Betreten des Bahnhofs das Gepäck durchleutet und du musst durch einen Metalldetektor gehen. Der Zug, mit dem ich von Assuan nach Luxor gefahren bin, war übrigens extrem komfortabel und super-sauber. (Und die „Skyline“ während des Sonnenuntergangs/Abendrots, Palmen am Nilufer vor dem glühend roten Himmel, ein Bild, das ich sicher nicht vergessen werde.)
  • Alle Krokodile und Nilpferde wurden beim Bau des großen Staudamms in Assuan vor rund 60 Jahren nach oberhalb des Staudamms umgesiedelt. Unterhalb von Assuan wirst du also keine treffen – und brauchst dir bei einem eventuellen Bad im Nil darüber keine Sorgen zu machen. Solltest du Angst vor Bilharziose-Erregern haben: suche dir eine Stelle mit schnell fließendem Wasser und/oder frage die Einheimischen, wo es sich gut baden lässt. 😉
  • Bio-Nahrung. Das ist in der Tat schwierig. Das Bewusstsein für derartige Themen ist in Ägypten noch kaum vorhanden. Im Delta gibt es zwar mindestens ein großes Bio-Projekt, doch entlang des Nils zwischen Luxor und Assuan kümmert sich eher kein Mensch darum. „Dank“ des Staudamms werden seit 60 Jahren die alljährlichen Überflutungen durch den Nil verhindert. Die zuvor jedes Jahr für einen Nachschub an fruchtbarem Schlamm gesorgt haben. Mittlerweile sind die Böden ausgelaugt, und die Menschen benutzen Dünger. Auch Pestizide etc. werden eingesetzt. Bei Datteln und Feigen wird das wohl niemand für nötig halten, doch ich befürchte, beim Gemüse und Grünzeug sieht das anders aus.
  • Zum Thema „Essen auf Reisen“ und wie sich das mit der Ernährung als Rohköstler*in/Veganer*in (oder sonstwie Achtsam-Essende*r) lösen lässt, schreibe ich noch einen eigenen Artikel.

Die Zeit in Ägypten hat mir so unendlich viel geschenkt. Meine Seele genährt. Mir ist erst dort wirklich bewusst geworden, was und wieviel ich in den vorhergehenden Monaten in Deutschland vermisst habe. Seelennahrung. Wundervolle neue Eindrücke und Begegnungen. Und, nicht zuletzt, Sonne & Wärme. Ich bin voller Dankbarkeit

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