(f)roh & frei leben. silkes roh-vegane welt.

Kürbisliebe & ein Rezept für dich

Was haben Zuckermelonen, Zucchini, Schlangengurken & Hokkaidokürbis gemeinsam? Genau, sie gehören alle zur Familie der Kürbisgewächse. Andere Melonen und andere Kürbissorten ebenfalls. Und was für eine wundervolle Familie: durch die Vielfalt schon von sich aus ein abwechslungsreiches Grundnahrungmittel, welches sich zudem (auch) in der Rohkostküche auf vielerlei Arten verwenden lässt. Wenn du mir auch bei Instagram und/oder Facebook folgst, hast du es schon oft gesehen: Zucchini kann ich täglich essen, ohne dass sie mir je langweilig werden.

Dabei gehören dabei die Zucchini zu den eher jungen Familienmitgliedern; der Gartenkürbis soll hingegen die älteste Nutzpflanze der Neuen Welt sein. In Spanien und Portugal gehört der Kürbis rund ums Jahr zum Standardangebot am Marktstand und wird dort in frisch von den teilweise riesigen Gemüsefrüchten geschnittenen Stücken verkauft. Heimisch sind die diversen Kürbisgewächse auf allen fünf Kontinenten.

Während ich also Zucchini wie auch alle Arten von Melonen schon seit Jahren liebe und häufig esse, fand ich Kürbisse selbst, also Hokkaido, Butternut, Gartenkürbis etc bislang nicht so aufregend. Das hat sich in diesem Frühjahr geändert. Warum auch immer – vielleicht brauchte mein Körper das reichlich in dem orangeroten Fruchtfleisch enthaltene Beta-Carotin als Sonnenschutz in der starken Sonne Portugals? Das wäre hier in Deutschland jetzt allerdings gerade nicht nötig; dennoch schmecken mir Kürbisse noch immer himmlisch und ich freue mich, dass auch hier jetzt die ersten einheimischen Kürbisse auf den Märkten auftauchen.

Meistens genieße ich Kürbis, wie alles, am liebsten einfach so. Schneide mir Stücke davon ab & ess sie einfach, wie sie sind. Ich liebe es ja aber bekanntlich auch, meine Kreativität in der Küche auszutoben und auch da lässt sich viel mit Kürbis anstellen. Außer für rohe Suppen, Bro(h)t & Dipps eignet er sich auch für süße Kreationen.

Farbenfroh, lecker & fettarm: Kürbis- & Schoko-Creme

Mit Kürbis & Kokosmus gefüllte Schoko-Pralinen. Njam!

Kürbis-Schoko-Herzen. Ungewöhnlich & einfach köstlich.

Besonders gut gefällt mir die geschichtete Kürbis-Schoko-Creme: aus nur zwei bis vier Zutaten ist sie schnell zubereitet, fettarm, leicht & sehr bekömmlich. Hier ist das Rezept für dich – naja, das ungefähre Rezept. Alle drei Kreationen sind sehr spontan entstanden & ich habe es versäumt, mir die genauen Mengen aufzuschreiben. Es kommt aber auch nicht so genau drauf an; experimentier ruhig ein bisschen herum.

Kürbis-Schoko-Creme

Zutaten:

  • Kürbisfruchtfleisch (ich hab Hokkaido verwendet)
  • Dattelmus aus eingeweichten Deglet-Datteln (die bekommst du z. B. hier in Rohkostqualität)
  • optional: Kakaopulver (hier bekommst du welches in Rohkostqualität)
  • optional: Zimt

Zubereitung:

Für das Dattelmus weichst du die entsteinten Datteln über Nacht in Wasser ein & pürierst sie am nächsten Tag, z. B. im Blender. Für die orangene Creme pürierst du Kürbis (dafür brauchst du einen etwas stärkeren Mixer. Ich benutze den Vitamix.) mit etwas Dattelmus & optional einer Prise Zimt.
Für die Schoko-Creme verwendest du entweder nur Dattelmus, oder du vermischt es mit etwas Kakaopulver und/oder fügst nach Belieben eine Prise Zimt hinzu.
Nun schichtest du einfach beide Cremes abwechselnd in Dessertgläschen. Als Deko passen z. B. Kakaonibs oder Kokosraspel gut.

Mehr ganz einfache, fruchtige, fettarme Rezepte findest du im eBook „Super-einfache fruchtige Rezepte“ – für mehr Info dazu einfach hier klicken.

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Rezept für ein knuspriges Frühstücksmüsli

Die kreative Herausforderung, Rohkost-Ideen zu entwickeln, die auch die sich in rasanten Schritten dem Teenageralter nähernde Tochter begeistern. 🙂 Mit diesen hier hat es geklappt:

Das knusprige Müsli, oder Granola, basiert auf einem Rezept aus Lena Erlmanns Rohkostküche. Dies ist meine Variante:

Zutaten:

  • 1 Tasse gekeimter Buchweizen
  • 1 Tasse über Nacht eingeweichte Sonnenblumenkerne
  • 1/2 Tasse über Nacht eingeweichte Mandeln
  • 1 Tasse Fruchtfleisch vom Hokkaidokürbis
  • 5 frische Datteln
  • 1 Apfel
  • 5 Deglet Datteln, entsteint
  • 1 TL rohes Carob-Pulver (ich kaufe meines hier)
  • eine Prise Zimt

So geht’s:

Gieß die eingeweichten Kerne und Mandeln ab, hacke die Mandeln in kleine Stücke und vermenge Buchweizen, Mandeln und Kerne in einer großen Schale.

Zerraspele den Kürbis im Vitamix. Dazu setzt du den Deckel des Vitamix auf den Mixbecher, ohne das Mittelteil. Lass den Vitamix auf Stufe 4-5 laufen und gib die Kürbiswürfel nach und nach durch die Einfüllöffnung. Sobald aller Kürbis im Mixer und zerraspelt ist, schalte den Mixer aus. Gib den zerkleinerten Apfel, die Datteln, Carob-Pulver und Zimt hinzu und püriere alles zusammen.

Vermenge das Püree mit der Kern-Buchweizen-Mischung und streiche die entstandene Masse auf einem mit Backpapier oder Dörrfolie ausgelegten Trocknersieb aus. Lass alles für rund 10-12 Stunden (am besten über Nacht) bei 40°C im Dehydrator (ich verwende diesen) trocknen. Je nachdem, wie dick du die Masse ausstreichst, dauert es länger oder kürzer. Ich zerteile die Masse auf dem Blech meist nach ein paar Stunden ein wenig, dann geht es auch schneller.

Sobald alles durchgetrocknet ist, kannst du es in Stückchen brechen und in einem gut schließenden Glas aufbewahren. Wie lange genau, hab ich nicht ausprobiert – aber am Besten isst du deine rohen Zubereitungen ohnehin immer so schnell wie möglich auf. 🙂

Serviere das Müsli zu Früchten, Beeren und/oder mit selbstgemachter, roher Mandelmilch (oder einer anderen Nuss- oder Samenmilch).

Ein leckeres Rezept für Chufa-Milch, die auch perfekt zu dem Müsli passt, findest du (neben 41 weiteren köstlichen Rezepten) in meinem eBook „Rohkost-Rezepte voller Leben & Liebe„. Genauere Infos zum Inhalt findest du hier.

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Als gäbe es kein Morgen

„Lebe jeden Tag so, als gäbe es kein Morgen.“

Was bedeutet dieser Satz für dich? Wie würdest du leben, wenn da kein Morgen wäre? Ohne Rücksicht auf Verluste? Oder eher im Bewusstsein, dass du das, was du heute zerstörst oder verletzt, nicht morgen wirst reparieren können. Das, worum du dich heute nicht kümmerst, eben nicht morgen nachgeholt werden kann. Dass dieser Moment einmalig ist und nie wieder zurückkommen wird.

Liebe dich & sei so gut zu dir wie nur möglich. Und zu anderen.

Ubuntu – das heisst: Ich bin, weil wir sind. Ich kann nicht glücklich sein, wenn die anderen es nicht sind. Und die anderen können nicht glücklich sein, wenn ich es nicht bin.

Mach dich & andere glücklich. Im Herzen. Und aus dem Herzen.

Glücklich sein ist das komplette Gegenteil von dem Zustand, den du mit Hilfe sogenannter Genussmittel oder deiner Suchtmittel (welche es auch sein mögen, Alkohol, Cannabis, Nikotin, Schokolade …) erreichst.

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Dankbarkeit

In manchen Momenten des Lebens ist es leichter, in anderen schwieriger. Glücklich zu sein. Den Fokus auf der Freude, der Schönheit, der Liebe zu behalten. Herausforderungen im Außen dankbar und gelassen anzunehmen, ohne sie zu bewerten, ohne mich davon runterziehen zu lassen. Unangenehme Emotionen, die, aus welchem Grund auch immer, in mir aufsteigen, anzunehmen, zu fühlen, ohne mich davon aus meinem Gleichgewicht bringen zu lassen. Mein Gleichgewicht zu halten … ist ja ohnehin (m)eine Lebensaufgabe ;). Wenn dein Dosha ebenfalls Vata ist, kennst du das vielleicht. Vielleicht auch sonst … wer weiss schon, woran es wirklich liegt. 😉

Für die Herausforderungen im Außen gibt es immer zwei Lösungen. Jammern ist keine davon. 😉 Entweder, du änderst die Situation oder du änderst deine Perspektive. Für die Bewältigung der innerlichen Herausforderungen – und letzten Endes sind sie alle in deinem Inneren begründet, denn du wirst immer die Erfahrungen im Außen anziehen, die dir helfen deine inneren Knoten zu lösen – ist ebenfalls deine Perspektive entscheidend. Ich entscheide mich, immer wieder, die Herausforderungen anzunehmen. Zu fühlen & zu erleben, was da eben kommt. Und! ich entscheide mich, immer wieder, offen zu bleiben. Augen, Ohren, Herz … für die Schönheit um mich herum. Für die Liebe um mich & in mir. Für das Licht in mir, das immer leuchtet – wie dunkel es auch erscheinen mag um mich oder in mir. Für all das, was das Leben mir schenkt und für das ich dankbar bin. Für die Freude.

Schokolade hilft manchmal 😉 … aber es geht auch ohne!

Weil es in dunkleren Zeiten eben auch oft schwerer fällt, das Licht zu sehen, ist bewusste Dankbarkeit, ein bewusstes Sich-Fokussieren auf die guten Dinge (innen & außen), eine hilfreiche Praktik, um dich selbst wieder aus irgendwelchen „Löchern“ herauszuziehen. Im nächsten Schritt kommt dann übrigens die Dankbarkeit für scheinbar „negative“ Erfahrungen. Das Erkennen, dass sie nicht negativ sind sondern dir nur helfen auf deinem Weg. Betrachtest du sie aus dieser Perspektive & nimmst sie so gelassen (& dankbar) an, fühlt sich das Leben viel leichter an.

Weil ich selbst grad ein bisschen mehr tun muss, um meine Freude und Leichtigkeit zu finden bzw zu behalten, beginne ich ab heute, bei Facebook eine kleine „Dankbarkeits-Challenge“. Ich poste jeden Tag ein „Danke“. Für das, was ich eben grade in mir finde. Bist du dabei? Dann kommentier doch, hier wenn du magst, und vor allem unter den täglichen Posts bei Facebook, wofür DU gerade dankbar bist!

Ich freu mich, von dir zu lesen. Und: DANKE fürs Lesen!!!

Ruth Derckum gefällt dieser Artikel
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Das Leben ist süß

Damit es noch süßer wird – oder auch mal in Zeiten, wo du die Süße nicht so findest & nach einer (einigermaßen gesunden) Ersatzbefriedigung suchst – hab ich hier ein kleines, feines Tortenrezept für dich. Heidelbeeren auf sahniger Creme. Leicht zuzubereiten, aus wenigen Zutaten & einfach nur jammie!

Was du für zwei Törtchen brauchst
(Meine bevorzugten Bezugsquellen hab ich dir verlinkt.)

  • Für den Boden: 1 HV Mandeln, 7-8 Deglet-Datteln
  • Für die Creme: 1 HV rohe Cashews, 6-8 Deglet-Datteln, beides über Nacht eingeweicht (getrennt)
  • 1 HV frische Heidelbeeren

Und so gelingt die Zubereitung

Wenn ich kleine Portionen, wie 1-2 solcher Törtchen, zubereite, benutze ich dafür den Personal Blender, der für kleine Mengen noch immer mein Lieblingsblender ist. Er ist zwar nicht so leistungsstark wie der Vitamix oder der Foodmatic, doch die beiden kommen aufgrund der großen Mixbecher mit so kleinen Mengen nicht gut zurecht.

Gib also die Mandeln in den Mixbecher des Blenders, vermahle sie und gib dann die entsteinten Datteln hinzu. Vermixe beides zusammen zu einem Teig – solange, bis die Mischung im Mixbecher beginnt, sich zu einem Teig zu verdichten. Forme aus dem Teig zwei kleine Kuchenböden & stell die erst einmal beiseite.

Gieß das Einweichwasser der Cashews ab und gib die abgetropfen Nüsse zusammen mit den eingeweichten Datteln und deren Einweichwasser in den Mixbecher und vermixe beides zu einer glatten Creme. Verteile die Creme auf den Kuchenböden, belege sie nach Belieben mit den Heidelbeeren und stell die Törtchen für 1-2 Stunden ins Gefrierfach.

Du kannst die Törtchen auch gut vorbereiten und über Nacht einfrieren. Verlagere sie dann etwa eine Stunde vor dem Servieren in den Kühlschrank.

Die Mengen lassen sich beliebig vervielfachen. Bei Zubereitung größerer Mengen empfehle ich die Verwendung des Vitamix. Damit wird vor allem die Creme noch glatter & sahniger!

Weitere Rezepte findest du in meinen eBooks – z. B. „Fruchtige Rezepte“ (für alle, die es fettärmer lieben) oder „Süßes für festliche Tage„.

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Abkürzungen & Selbstverantwortung

Ayahuasca.

Mehrfach in den letzten Jahren ist mir dieses Thema über den Weg gelaufen. In Form von Freund*innen, die entweder schon damit „gearbeitet“ haben oder das tun wollen, um – kurz gesagt – den mühsamen & schmerzhaften Teil ihrer Reise in diesem Leben abzukürzen. Sich Arbeit und vielleicht lang andauernde unangenehme Gefühle ersparen und wiederum die Verantwortung für sich abgeben wollen.

Ich habe … wie immer interessiert an Neuem 😉 … darüber nachgedacht, nachgespürt. Doch für mich hat sich das spontan „falsch“ angefühlt – und es blieb auch dabei.

So wenig, wie es ein Zaubermittel gibt, um deinen Körper zu heilen – nur das Erkennen und Befriedigen seiner wirklichen Bedürfnisse helfen dabei – kann es, so glaube ich, ein Wundermittel geben, welches mir all die schmerzhaften Gefühle & die Arbeit erspart auf dem Weg zu seelischer Heilung, Bewusstwerdung.

Es ist in beiden Fällen meine Arbeit, meine Verantwortung, die mich weiterbringen und heilen wird – das kann mir niemand abnehmen!

Die Menschheit – oder zumindestens die westliche Gesellschaft – neigt ja nun leider dazu, aus allem ein Geschäft zu machen. Rohkost ist in den letzten Jahren in Mode gekommen; viele haben erkannt, dass sich damit Geld verdienen lässt. Ein Markt wird erschlossen, auf den all die, die eben immer nach Abkürzungen und leichten Wegen und Hilfe von außen suchen, begeistert strömen. Superfoods, die als Zaubermittel zur Heilung verkauft werden. Rohkost-Junkfood, das als „gesunde Nahrung“ angeboten wird. Usw usw.

Nicht anders sieht es im spirituellen Bereich aus. Das Bewusstsein für unser seelisches Sein, den tieferen Sinn unserer Reise hier wächst. Immer mehr Menschen wachen auf, wollen sich von ihren Blockaden, Ängsten, tiefsitzenden Traumata befreien. Und zwar am liebsten schnell, einfach, schmerzfrei. Kein Wunder, dass auch da ein Markt entstanden ist. Auf dem die ursprünglichen Zeremonien jedoch total aus dem Kontext genommen werden. Fast food für den spirituellen Weg. Ein Angebot, das die Gier nach schnellen Lösungen entfacht und das persönliche und spirituelle Ego befriedigt. Nicht zuletzt geht das Ganze wieder einmal auf Kosten unserer Mitwelt. Und spätestens bei dieser Erkenntnis sollte klar werden, dass da etwas nicht stimmen kann. Wie könnten wir heilen auf Kosten anderer Lebensformen?

Falls du über die Teilnahme an einer Ayahuasca-Zeremonie oder einer anderen „Wundermittel“-Version nachdenkst, möchte ich dich bitten, den unten zitierten Artikel von Sonia Emilia Rainbow zu lesen.

„Wie die schamanische Szene an der Ausrottung von Pflanzen beteiligt ist und vom Quälen des Frosches für die eigene Erleuchtung und Reinigung

Eines vorneweg:
Ich war vor 30 Jahren eine der ersten die einen traditionellen Schamanen aus dem Amazonas nach Europa geführt hat. Im Handgepäck war Ayahuasca. Ich bin mit der Thematik zutiefst vertraut. Naiv und jung konnte ich absolut nicht einschätzen was für eine Bewegung daraus entstehen könnte – ich habe nichtmal darüber nachgedacht.

Doch sehr schnell erkannte ich die Dynamik, den missbräuchlichen Umgang und zog mit aus dieser Form der Arbeit zurück. Und heute wage ich es meine Stimme zu erheben, immer und immer wieder – um aufmerksam zu machen, zu wecken und die spirituelle Gier nach diesen Zeremonien – die immer verbunden sind mit Ausbeutung – zu zähmen. Auch wenn jeder meint es betrifft immer nur die anderen und nicht sich selbst. Denn das Ego trickst und trickst. Aber lest selbst …

Das Business und der Markt mit schamanischen Zeremonien in denen Meisterpflanzen mit psychoaktiven Komponenten angeboten werden wächst unaufhörlich.
Auch wenn immer mehr Stimmen laut werden – da diese Rituale völlig aus dem Kontext genommen sind. Es fehlen die dementsprechenden wochenlangen Vorbereitungen sowie dem ausreichendem Setting. Degradiert zu einem fastfoodservice für die schamanischen Gemeinschaften. Aber dienlich dem persönlichen und spirituellen Ego. Massivste Probleme bringt dies mit sich – dennoch wächst die Fangemeinde solcher Angebote. Vor allem mit den Werbemöglichkeiten in den social medias scheint es nach wie vor eine äusserst lukrative Einnahmequelle zu sein – die vor allem auch schamanischen Einsteigern eine gute Kundenaquise versprechend.

Nun denn – über den Missbrauch der Meisterpflanzen habe ich schon einen Artikel geschrieben.
Diesmal möchte ich Euch auf die Ausrottung und Ausbeutung von drei im Moment sehr aktuellen Bewegungen schreiben:

Ayahuasca – wächst im Dschungel und braucht mehrere Jahre bis die Liane geerntet werden kann. 20 Jahre sollte man sie wachsen lassen. Ab 5 Jahre kann man sie ernten. Die indigenen Schamanen waren immer darauf bedacht der Pflanze möglichst viel Zeit zu schenken.

Was kein Problem war bis vor ca. 15 Jahren das Geschäft mit dem Ayahuasca zu explodieren begann. Am Beispiel Iquitos und Umgebung, wo sich derzeit die meisten Zentren befinden war es so, dass 2005 5 – 6 Zentren existierten. Heute sind es über 2000 die eine Kapazität von 20 – 70 Personen haben. Auch in Pucallpa und Umgebung schiessen die Retreat Zentren die jedes Jahr neu eröffnet werden wie Pilze aus dem Boden.
Schon jetzt findet man in der Umgebung von Iquitos keine Pflanzen mehr – da diese bis auf die letzte Liane ausgerottet wurden. Teilweise jahrzehntealte Pflanzen – die auch je älter, umso teurer für gutes Geld verkauft werden.

Fast jeder dritte Tourist möchte Ayahuasca mit nach Hause nehmen – und noch einfacher ist es diese über das Internet zu bestellen. So hat sich hier in den letzten Jahren ein weltweiter Markt erschlossen.

Von den Schamanen aus Peru die auf Einladung in die Welt reisen um Zeremonien anzubieten ist eine jährliche Steigerungsrate von 100%.
Bereits in einigen Teilen des Amazonasgebietes welches sich über mehrere südamerikanische Länder erstreckt ist die Pflanze nicht mehr zu finden. Auch wenn Zentren begonnen haben diese anzubauen – so werden sie der Nachfrage nicht gerecht.

Es gibt indigene Stimmen die sich sorgen – wie lange sie bei dieser Entwicklung noch Zugang zu ihrer wertvollsten Medizinpflanze haben. Und es stellt sich allgemein die Frage wie lange sie in ihrer Kultur und Kontext überhaupt noch ihre Zeremonien abhalten können. Ayahuasca wird bei vielen indigenen Völkern nicht nur als Medizin gesehen – sondern als ein Teil ihrer Identität.

Ethnobotaniker sprechen davon dass ab sofort jeder Mensch für 10 Jahre verzichten sollte den Tee einzunehmen – damit sich der Bestand der Pflanze erholen kann.

Peyote – wächst in den Wüsten von Texas bis Mittelmexico.
Hier kennt man das Problem schon länger. Bereits vor 20 Jahren gab es da Kriseninterventionen.
Ein Kaktus braucht 20 Jahre bis er reif ist und für eine Zeremonie verwendet werden kann. Die Dosis ist pro Person 1 – 3 Kakteen.
Vor ca. 150 Jahren haben die Huichols den nordamerikanischen Indianern die Pflanze geschenkt – damit das Volk wieder in ihre Würde und Stärke zurückwachsen kann. Es entwickelte sich die Native American Church – von New Mexiko – bis nach Kanada. Inzwischen sind es Millionen von Mitgliedern die regelmäßig ihre Zeremonien abhalten. Und die Bewegung expandierte weltweit. In der USA ist der Kaktus bereits artengeschützt – da es ganze Gegenden gibt, wo er bereits ausgerottet wurde.

Derzeit konzentriert sich das Geschehen nach Mexiko. Auch die Huichols sind in der Möglichkeit des Business mit der Medizin angelangt. Weltweit folgen sie Einladungen – in der entsprochenen Erwartung Geld zu verdienen. Auch hier ist dasselbe Dilemma wie im Amazonas.
Zusätzlich versuchen noch staatliche korrupte Behörden das heilige Land indem der Peyote wächst zu beschlagnahmen da ein großes Silbervorkommen vermutet wird.
Die Huichols versuchen mit ihren Medizinzeremonien Menschen für dieses Thema zu sensibiliseren – und rotten gleichzeitig auch ihre restlichen Bestände mit aus.

Hier sprechen Ethnobotaniker davon dass es absolut notwendig wäre, dass von nun an 20 Jahre lang die Menschen verzichten Peyote einzunehmen, damit sich der Bestand erholen kann.

Kambo – Froschgift
Der neueste Trend für Reinigung und Erwachen des spirituellen Bewusst-Seins.
Die Haut des Frosches wird „gemolken“. Für das Tier ist diese Prozedur äusserst schmerzhaft. Oft wird er dabei auch getötet.
Und all dies im Namen der schamanischen Bewusstseinsentwicklung.
Und der Heilung.

Darüber sollte jeder der diese Zeremonien durchführt, anbietet oder auch an Ihnen teilnimmt nachdenken.

Und keine Sorge – meist gewinnt das spirituelle Ego und somit bringt dieser Artikel für die Betreffenden auch keinen Schaden mit sich 😉
Eure unbequeme
©Sonia Emilia Rainbow

Quelle

Clemens Viehl gefällt dieser Artikel
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Blaue Magie

Omnom … blaue Donuts und Koko-Schoko-Kugeln. Ich hatte Spaß in der Küche heute 🙂

Donuts mit blauem Guss

Koko-Schoko-Kugeln

Eine Auswahl fürs Foto angerichtet … zum Potluck geht ein bisschen mehr mit 😉

Diesmal nicht fürs Café, kein Markt, sondern für ein Rohkost-Potluck. Das erste, an dem ich teilnehme seit wievielen Jahren? 4? 5? Ich bin gespannt, wie es wird …

… und gehe ohne Erwartungen dorthin. Vorfreude auf das Wiedersehen mit einigen lange nicht gesehenen lieben Menschen, das schon, ja.

Einiges, weniges, das mir wertvolle Erinnerung war in Deutschland … dieses Jahr sagt es mir nichts mehr. Vorbei. Nicht mehr meins. Fremd. Ich gehör nicht mehr hier her. Alles hier fühlt sich so an, als sei ich im falschen Film gelandet. Oder so, als hätte jemand mein Leben zurückgespult und mein heutiges Ich darin ausgesetzt.

Komisch fühlt sich das an. Nicht schlimm. Es ist, wie es ist. Ich bin zuhause bei mir. Doch irgendwie kostet es Energie, und ich finde meine Energiequellen hier nicht.

Das Zubereiten hat schon mal gut getan 🙂 … mich kreativ/gestalterisch auszutoben, hilft immer. Und in der hiesigen Küche gibt es sogar einen Vitamix Super Pro zum Spielen 😉 . Die Entdeckung von Blue Magic animiert mich zusätzlich zu vielen Experimenten & begeistert vor allem die Tochter, die ansonsten Rohkost grade bisschen langweilig findet.

So hatten wir gestern morgen zartblaue Melonen-M*ilch 😉 zum Frühstück, und auch die Schokoherzen mit blauer Glasur kamen gut an.

Sieht zwar so was von gar nicht nach natürlicher Nahrung aus, doch: Blau ist einfach eine schöne (& manchmal warme 😉 ) Farbe.

Birgit Hartmeyer, Britta Michaelsen gefällt dieser Artikel
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Wir feiern eine Früchteparty. Früchteversender für dich im Test.

Wir feiern heute … 🙂 🙂 … und schwelgen den ganzen Tag in einer Vielfalt köstlicher, lange nicht genossener Früchte. Jammie!

Obwohl ich dergleichen absolut nicht vermisst habe, stehe ich doch gerade staunend vor dem unglaublich großen Angebot hier in Deutschland: so viele Läden & Rohkostversender für alle Arten von Basics, Superfoods, … und exotischen Früchten gibt es hier!

Neu auf dem Markt ist seit diesem Jahr der Früchteversand Jurassic Fruit – ein Gemeinschaftsprojekt der beiden langjährig im Rohkost- & Früchteversand erfahrenen Gründer Geoffrey Mazuy und Stephan Wölfel mit dem Team von Passion4Fruit. Damit ich ihr Angebot testen & dir davon berichten kann, haben sie mir ein unglaublich opulentes Testpaket geschickt – vielen Dank dafür!!! Das Auspacken gestern nachmittag war wie Weihnachten (passt ja auch grad zum Wetter 😉 … doch die Früchte trösten mich ein wenig darüber hinweg 🙂 ).

Mangos, Ananas, Pitahayas, Rambutan, Longkong, Salak, Mangostane, Bananen, Avocados, Tomaten, Kirschen, Maracujas & eine junge Kokosnuss … welch ein Luxus! Viele davon haben wir seit Jahren nicht mehr gegessen. Rambutan und Longkong finde ich noch immer göttlich, und Kirschen liebe ich sowieso – diese waren die besten, die ich in Deutschland diesen Sommer gekostet habe. Fast so gut wie die, die ich in Portugal auf dem Markt gekauft habe (aus regionaler Ernte). Ananas und Avocado haben wir noch nicht probiert, auch die Kokosnuss liegt noch im Kühlschrank – doch die Vorfreude ist schon groß. Die Salak sind zum großen Teil leider schon ein wenig eingetrocknet, doch die übrigen sind ebenfalls noch sehr schmackhaft. Was Mangos, Pitahayas, Tomaten und Bananen betrifft: alle vier Fruchtsorten sind von guter Qualität und einem im Vergleich zum deutschen Handel sehr guten Reifezustand. Wir sind nach all den Jahren auf den Kanaren, mit eben diesen Früchten aus regionaler Produktion, ziemlich verwöhnt. Ganz so phantastisch wie frisch vom Baum ist selbst bei hochwertigen Früchten aus der Ferne einfach nicht möglich. Trotzdem schmecken sie auch für uns um Klassen besser als die übliche Bioladen- oder Supermarktware, die es sonst hier gibt und die wir praktisch gar nicht mehr essen können.

Wenn du in Deutschland oder Österreich lebst, möchte ich dir Jurassic Fruit jedoch unbedingt empfehlen!

Christian Seickert gefällt dieser Artikel
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Glücklichsein ist eine Entscheidung

Entscheide dich heute – jeden Tag, jeden Moment – dafür, glücklich zu sein. Du kannst das!

Unabhängig von den Umständen. Denn nicht die Welt um dich herum ist verantwortlich für dein Glück, dein Wohlbefinden. Das bist nur DU!!! Nicht dein*e Partner*in, nicht deine Freund*innen, nicht das Wetter, nicht die Nachbar*inne*n, nicht dein Kontostand, nicht dein Arbeitsplatz, nicht die Regeln, nichts von den Umständen um dich herum.

Entscheide dich, glücklich zu sein. Lächle, danke für das, was du hast, freu dich deines Lebens. Und beobachte, wie du Menschen und Situationen in dein Leben ziehen wirst, die dazu passen. Die auf genau dieser Frequenz mit dir schwingen.

Klingt toll? Ist es auch. Und so einfach … nun ja, nicht immer. Doch es wird wie alles im Leben einfacher, je länger du es praktizierst. Ich entscheide mich tatsächlich immer wieder dafür. Solange ich bei mir bin, im Fluss, in meiner Mitte, solange die Umstände zumindestens teilweise so sind, wie ich sie mag, ist es einfach. Je weiter weg ich davon bin … umso herausfordernder wird es.

Momentan … empfinde ich die Umstände, die ich um mich her wahrnehme, als reichlich herausfordernd. Und merke, wie sehr ich im Widerstand bin. Mich dagegen wehre, sinnloserweise. Ich will nicht hier sein, in Deutschland. Es ist kalt, es war über eine Woche lang grau und regnerisch, jetzt wird es langsam etwas wärmer, doch der Himmel ist fast immer zugezogen. Die Sonne hinter einem Schleier, das wenige Himmelsblau deutlich blasser als es sein sollte. Alles hier ist unglaublich teuer. Die Landschaft um mich herum ist verbaut, angelegt, bewirtschaftet, gemäht, geordnet … mir fehlt die Natur, die Einsamkeit, die Wärme, die Ruhe. Die Menschen, denen ich hier tagtäglich begegne, haben ganz andere Prioritäten, ganz andere Vorstellungen vom Leben. Schwierig, einander zu verstehen – vieles, was ihnen wichtig ist, spielt für mich keine Rolle. Mit meiner Freiheit, meinem „ungesicherten“ Leben, meiner Sicht auf die Welt, können sie nichts anfangen. Ich fühle mich einsam hier, vermisse den liebevollen Austausch, den ich in den letzten Monaten in Portugal erlebt habe. Mir ist, als wäre ein wesentliches Teil von mir dort geblieben (…).

Es war meine Entscheidung, hierher zu kommen. Vielleicht war sie richtig, vielleicht nicht – sinnlos, darüber nachzudenken. Ich bin jetzt hier. JETZT. HIER. Dieser MOMENT ist das Einzige, was ich habe. Ich kann nur jetzt und hier glücklich sein. Tägliche Arbeit … die sich lohnt!

Ich gebe mir die Ruhe, die ich brauche – mehr als sonst. Achte auf meine Gedanken & Gefühle. Auch wenn es komisch klingt: ich kann glücklich sein trotz schwieriger („negativer“) Gefühle. Ich tu nicht so, als wären sie nicht da – auch das hat keinen Sinn. Sie dürfen da sein. Es geht nicht darum, sie wegzudrängen. Oder weg zu akzeptieren. Sie helfen mir beim Lernen. Und zeigen mir ja auch, was ich will und was nicht. Wie z. B. eine der gedanklich möglichen Lösungen momentan – eine Rückkehr nach Deutschland, um hier mit der Tochter und in der Nähe des Sohns zu leben. Alles in mir zeigt mir, dass dies nicht mein Leben ist. Dies nur als Beispiel … über unsere Suche/unser Finden schreib ich ein anderes Mal mehr.

Es gibt etwas zu tun hier; der Wunsch, die Tochter zu unterstützen, hat mich hergeführt, und ich werde noch eine Weile bleiben. Mein Herz entspannen, glücklich sein, dankbar sein. Vertrauen. Mir und dem Leben. Mich an meine Liebe erinnern und den Widerstand & Schmerz & die Angst in mir immer wieder umarmen, damit ich sie loslassen kann. Die Gedanken & Gefühle nicht festhalten, nicht in ihnen versinken, sie sein lassen, was sie sind – eben das: Gedanken, Gefühle. Das bin nicht ich. Ich bin die, die sie sieht, fühlt, erlebt. Menschliche Erfahrung. Darum bin ich hier.

Dankbar bin ich tatsächlich: Für meine Eltern, die mich auch diesmal wieder unterstützen & uns hier wohnen lassen – obwohl sie mein Leben nicht verstehen. Für ein Dach über dem Kopf, eine tolle Dusche 😉 (ungewohnter Luxus), mein noch immer treues Auto. (Und das Benzin ist günstiger hier als in Portugal. 😉 ) Für viel Zeit und offenen Austausch mit der Tochter und schöne Gespräche mit dem Sohn. Für selbstgepflückte Erdbeeren und Brennesseln. Für die Gelegenheit, Freund*innen & Familie zu treffen. Für das erste Telefongespräch seit ich-weiss-nicht-wie-vielen Jahren mit meinem Bruder, der mir in den letzten Jahren schmerzhaft fremd geworden ist – kurz, wortkarg von seiner Seite, doch immerhin ein Anfang. Für erste friedliche Gesprächsansätze mit dem Tochter-Vater. … und und und.

Falls du es schwer hast, in dein Glücklichsein zu finden, ist das übrigens eine gute „Technik“. Mach dir bewusst, wofür du dankbar sein kannst. Mach eine Dankbarkeits-Liste. Fang mit den kleinsten Kleinigkeiten an … und mit dem, was dir vielleicht selbstverständlich erscheint. Lass dich darauf ein – du wirst staunen: die Liste wird immer länger. Tu das jeden Tag & beobachte, was mit deinem Leben geschieht!

Was mir außerdem in akuten Situationen hilft, in meine Mitte zurückzufinden: meiner Freude folgen. Etwas tun, was mich glücklich macht, was mir Spaß macht. Wie z. B. ans Meer fahren. Einen Waldspaziergang machen. Einen Blog-Artikel über das Glücklichsein schreiben. 😉 Oder etwas Schönes gestalten – etwas Essbares. Zum Teilen. Schokolade 🙂

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Roh auf Reisen: Sommer-Sonnen- und andere Wenden

Vergangenen Dienstag habe ich Portugal verlassen … mit blutendem Herzen. Über die Grenze nach Spanien zu fahren, hat sich unglaublich schwer angefühlt. So viel Traurigkeit. Doch die Zeichen entlang des Weges haben mir immer wieder bestätigt, dass ich gehen soll. Zerrissenes Herz – es zieht in beide Richtungen. Für den Moment habe ich mich für das Ziehen in Richtung Tochter entschieden. Denn: ja, es gibt natürlich einen wichtigen Grund, der mich trotz des Trennungsschmerzes aus Portugal fortgehen lässt. Dazu gleich mehr.

Am Straßenrand in Portugal, kurz vor der Grenze



Castelo de Vide

Doch zuerst einmal kurz über meine Reise: In der ersten Nacht außerhalb von Portugal habe ich mein Zelt bei Salamanca aufgeschlagen … wie schon in der vorhergehenden Nacht in Portugal, relativ nah den Feuern, zuckten auch hier Blitze am Nachthimmel, doch es war nicht gar so heiss wie in Portugal. Nur um die 36° C – 10 weniger immerhin. Unglaublich schön und beeindruckend sehen solche Hitzegewitter aus. Ich empfand es jedoch, wissend, dass solche Blitze die gewaltigen Feuer des vorhergehenden Wochenendes entzündet hatten, auch als etwas beängstigend. Vor allem mit dem Geruch nach frischem Rauch in der Luft dazu.

Der zweite Tag führte mich bis in die Gegend von San Sebastian, wo ich mein Zuhause für die Nacht unter einem Feigenbäumchen aufgeschlagen habe. Zeit zum Durchatmen nach Tagen voller Emotionen, und nun auch schon drei Tagen auf der Straße. Dort habe ich, ganz für mich allein, Mittsommer gefeiert. Die Sommersonnenwende, die diesmal auch für mich so manches wendet. Voller Dankbarkeit für mein freies Leben, und all die Liebe darin. Froh & dankbar, dass meine Freund*innen und Bekannten in Pedrogao Grande (unserem Wohnort des letzten Herbsts und Winters) die Waldbrände heil überstanden haben. Mit Schmerz über die momentanen Trennungen … und Zuversicht für eine Lösung für die Tochter, zu der ich gerade reise.

Auf meinem weiteren Weg, durch Frankreich nun, versuchte ich mich von dem Schock zu erholen. Portugal verlassen zu haben, fühlte sich noch immer schmerzhaft und falsch an … Und: ich war im Kulturschock. Nach 7 Wochen in der Natur, Stille und Einsamkeit erschien die Welt hier draußen entlang meines Wegs viel zu laut, zu voll, zugebaut, naturfern. Ich habe einen Abstecher ans Meer gemacht – der Atlantik ist auch im Südwesten Frankreichs wunderschön – und trotz allem die Schönheit der (natürlichen, gemischten) Wälder inmitten von Frankreich genossen. Geschlafen habe ich dort unter Lindenbäumen.

Meer hilft immer

Am Strand bei Mimizan

Das Meer hat mir mein Mittagessen geschenkt 🙂

Linden inmitten vom grünen Frankreich

Nachtruhe unter Bäumen

Schließlich bin ich heil in Deutschland gelandet. Habe in Freiburg eine langjährige „virtuelle“ Freundin endlich mal „real“ getroffen, bevor ich dann nach der letzten Etappe meinen Wohnort für die nächsten Wochen erreicht habe. Voll von Dankbarkeit für so viel Wunder und Schönheit entlang meines Wegs, und für meinen wunderbaren 23 Jahre alten Golf, der mich erneut die 2600 km lange Strecke hierher gebracht hat. <3

Und warum nun diese Reise? Warum der schwere Abschied von Portugal? Mein Herz sagt mir, dass ich jetzt hier, in Deutschland, gebraucht werde. Die nächsten Wochen bringen hoffentlich Entspannung und eine Lösung für die Gestaltung der nächsten Zukunft – für das Leben der Tochter. 12 Jahre alt und bislang ohne Schule aufgewachsen. In den letzten Monaten hat sie immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, es doch mal mit der Schule zu probieren. Aus Neugier – das ist eine Erfahrung, die fast alle ihre Freund*innen gemacht haben, von der sie schon viel gehört hat, doch die sie noch nie selbst erlebt hat. Und vor allem: ihre Sehnsucht nach häufigerem & einfacherem Kontakt zu Freund*innen. Das war schon länger schwierig, & wir waren in all den Jahren insbesondere auch deshalb viel unterwegs in der Welt. Bisher ist es jedoch nur ein Gedankenspiel; so wirklich wollte sie es noch nicht tun. Denn sie ist sich durchaus bewusst, dass das Ganze eben eine Medaille mit zwei Seiten ist. Und Erfahrungen mit derartiger Gruppendynamik, der Bewertungskultur und … hm, ich nenn es mal: pädagogischer Behandlung hat sie durchaus schon in unterschiedlichen Zusammenhängen gemacht – und es nie gemocht. Auch hat sie noch nie(!) ein Schulkind getroffen, das sie bemitleidet hätte, weil sie nicht in die Schule geht – jedes andere Kind hat sie immer nur beneidet & sich gewünscht, auch so frei leben zu können. 😉

Nun hat sie die vergangenen Wochen zu Besuch in ihrem Papa-Zuhause verbracht. In Deutschland. In vielerlei Hinsicht fühlt sie sich dort sehr wohl, und mag manches an dieser Welt auch lieber als an meinem bunten & abwechslungsreichen Leben. Ohnehin ist es ihr wichtig, uns beide – ihren Vater und mich – in ihrem Leben zu haben & eben auch ihn möglichst oft zu sehen. Jedoch: ihr Vater hält es für besser, dass sie zur Schule geht. Auf ihre Meinung hört er nicht so recht und glaubt ohnehin eher, dass ein Kind so etwas nicht selbst entscheiden könne. Zudem hat er die in Deutschland ja rechtlich nicht so ganz einfache Lage selbst als Belastung empfunden. Er & seine Frau haben sie dort nun zunehmend unter Druck gesetzt und die Situation war ziemlich unentspannt geworden, für alle Beteiligten.

So hab ich mich entschieden, einen Platz zu suchen, an dem die Tochter erst einmal mit mir zur Ruhe kommen kann. Sich entspannt & ohne Druck überlegen kann, was sie gerade möchte & wie sie ihr Leben in den nächsten Monaten gestalten möchte. Und wir dann, in gemeinsamen Gesprächen, eine Lösung finden, die für alle funktionieren kann & eben auch zu unser aller Lebensvorstellungen & Wünsche für uns selbst passt.

So sind wir nun hier. Ich genieße es, nach langer Trennung (während der wir jedoch die ganze Zeit in intensivem Austausch waren) nun wieder „echte“ Zeit mit der Tochter zu verbringen. Bin zuversichtlich hinsichtlich der Lösung dieser Situation. Und gespannt, wie der Fluss weiterfließen wird. 🙂

Bella White Hazelnut, Anita Feiertag gefällt dieser Artikel
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