(f)roh & frei leben. silkes roh-vegane welt.

Essen als Schutz

Bei meinem letzten „Versuch“ hab ich es mal wieder deutlich gemerkt: Avocado mit Salat und Algen zum Abendessen ist zwar lecker und fühlt sich kurzfristig durchaus gut und befriedigend in meinem Bauch an. Aber am Morgen danach fühle ich mich einfach nicht so wohl. Immer noch schwer, voll im Bauch, ein leicht unangenehmer Geschmack im Mund … Warum ich es immer mal wieder probiere? Tja, mehr als der Bedarf meines Körpers nach Fett (dem reicht wirklich ziemlich lange der Fettgehalt der Früchte, die ich esse) ist es gelegentlich das Verlangen des Gemüts, der Seele nach Fettigem/Schwerem … emotionales Essen also.

Der ernährungsmäßige Werdegang vieler Rohköstler ähnelt meinem: in der Anfangsphase ist der Appetit auf fettiges, schweres, oftmals auch salziges Essen groß. Gourmetrohkost oder große Mengen gehaltvoller Urkost (Avocados, Nüsse) geben ein ähnliches Gefühl wie die vorher genossene Kochkost. Wer auf fettarme Früchteernährung à la 80/10/10 umstellt, landet oft sehr schnell bei unglaublichen Mengen an Essen.

Essen bietet eben auch einen emotionalen Schutz. Viele bemerken, dass sie belastende Alltagssituationen (wie z. B. den ungeliebten Job, eine lärmbelastete Wohnsituation, Großstadtstress etc) mit Rohkost schlechter ertragen können. Je leichter die Ernährung, desto offener werden wir für Einflüsse von außen, desto verletzlicher auch. Das Eins-Sein mit Allen und Allem wird viel deutlicher empfunden und es braucht seine Zeit, den Umgang zu erlernen; sich damit sicher zu fühlen. So jedenfalls meine Beobachtung.

Essensmäßig gibt es da mehrere Stufen: Kochkost (die Unterteilung erspare ich mir jetzt mal; natürlich ist auch Kochkost nicht gleich Kochkost) – schwere/fette Rohkost, evtl. inkl. Gourmetrohkost=nachgemachter Kochkostgerichte – leichtere Rohkost, weniger Verarbeitetes, einfachere Rezepte – leichte, fettarme Mono-Früchte- und Grün-Rohkost in erkennbar geringer werdenden Mengen … naja, so ungefähr. In Belastungssituationen neigen wir offenbar, zum Schutz des eigenen Selbst, zu Rückfällen auf vorhergehende Stufen. Wobei wir mit zunehmender Sensibilität dabei auch immer deutlicher merken, dass dies nicht das ist, was unser Körper will und so im Laufe der Zeit lernen, mit emotionalen und anderen Belastungen auf andere Art zurechtzukommen; bei uns zu bleiben, ohne uns durch Schutzwälle aus Nahrung abgrenzen zu müssen. Leichteres und weniger essen wird somit möglich.

Hast du auch solche Erfahrungen gemacht mit Rohkost? Wie gehst du damit um?


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4 Kommentare zu “Essen als Schutz
  1. Ramona sagt:

    Erlebe ich (noch) nicht mit Rohkost, aber mit Kochkost auch. Ich finde grad meinen Weg zu mehr roh nicht zurück und weiss nicht genau, woran es liegt. (Könnt eich es mir leisten, den ganzen Tag Tropen-Obst zu essen, wäre es wohl leichter)

  2. Gaby sagt:

    Mehr als ca. 50% Rohkoste schaffe ich (noch) nicht. Von nur Rohkost werde ich einfach nicht satt und es fehlt die Zeit, so viel zu essen. Daher greife ich immer noch zu Brot, Kartoffeln, Nudeln, manchmal auch Tofu-„Würstchen“. Danach ärgere ich mich zwar wieder, weil mein Verdauungssystem rebelliert, aber mit knurrendem Magen kann ich auch nicht arbeiten :-(. Geht 80/10/10 auch nur mit Gemüse? An Obst kann ich nicht ran, da habe ich immer das Gefühl als klebe mir das Süße den Mund zu…

  3. Nicki sagt:

    Liebe Silke!
    Vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich mit der Rohkost begonnen und bin so bei 90 – 100% roh. Und immer noch habe ich das Gefühl, viel essen zu müssen. Nüsse, Fettes, Datteln, rohe Schokolade u. ä.! Das war leider in der Kochkost auch schon so (Zuckersucht). Eine extrem emotionale Esserin…, fing wohl irgendwann in der Kindheit/Jugend mal an – eine Art Ersatz… Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles mit der Rohkost so hinbekomme wie ich es mir wünsche: nämlich wenig essen und auch endlich abzunehmen, damit habe ich trotz Rohkost nämloch noch immer Probleme – trotz Sport (allerdings auch Schilddrüsen-krank). Kein Wunder, bei Nüssen & Co. Noch bin ich auf der Suche, wie ich anders mit den emotionalen Belastungen oder auch einfach nur schlechten Gewohnheiten (abends auf dem Sofa noch was essen) zurecht zu kommen. Ich hoffe es wird irgendwann so sein wie du schreibst und die Sensibilität für einen selbst zunehmen wird.
    Liebe Grüße,
    Nicki

  4. Vera sagt:

    Ich habe vor etwas mehr als 3 Monaten auf 100% Rohkost umgestellt. Ich muss sagen, dass es mir in den ersten 2 Monaten ziemlich leicht gefallen ist. Ich war sehr überrascht. Doch in den letzten 2-3 Wochen ist mein Verlangen nach Kochkost sehr groß. Ich vermute, dass es erstens daran liegt, dass es nun sehr deutlich auf den Winter zugeht. Kürzere Tage, Kälte und dementsprechend eine melancholische Stimmung. Außerdem bin ich momentan psychisch etwas angespannt, viel Streß und viele Probleme.
    Zuerst begann ich große Mengen Datteln und Mandel zu essen. Und leider habe ich in den letzten Tagen auch wieder zu Kochkost gegriffen, was mir gar nicht gut bekommen ist. Mein Körper hat mir sehr deutlich gezeigt, dass er so etwas nicht mehr haben möchte, was mich sehr verwundert hat nach nur 3 Monaten Rohkost. Leider siegt mitunter doch das Verlangen, obwohl Verstand und nachher sogar der Körper das ganz anders sehen.

    Übrigens, das Problem von Nicki kenne ich auch. Ich habe auch eine Schilddrüsenunterfunktion im Laufe der jahrlang unerkannten Erkrankung sehr stark zugenommen. Ich habe zwar sehr schnell (in den ersten 4 bis 6 Wochen) 10kg durch die Rohkost verloren, doch dann blieb das Gewicht wieder stehen. Ich hoffe sehr, dass es weiter runter geht, wenn ich zukünftig wieder konsequenter bin.

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