(f)roh & frei leben. silkes roh-vegane welt.

Salz

Eine glücklicherweise kurze, aber dennoch unangenehme Erfahrung hat mir kürzlich wieder einmal gezeigt, dass isoliertes Salz, selbst wenn es unraffiniert, bio, frei von welchen Zusätzen auch immer ist, nichts in unserer Ernährung zu suchen hat. Schädlich für den Körper ist. Und gleichzeitig so suchterzeugend, den Instinkt überlagernd, die Geschmacksnerven betrügend. Es sorgt dafür, dass wir Dinge mögen, die eigentlich nach nichts schmecken. Uns nicht nähren. Und es sorgt dafür, dass wir mehr wollen, mehr von diesem verlockenden salzigen Geschmack.

Ich kann mich diesmal nicht mal damit rausreden, dass ich es nichtsahnend gegessen hätte – denn die fragliche Zubereitung (eine übrigens sehr leckere Erdnuss-Sauce) hatte ich selbst zum letzten Roh- & Veganertreffen mitgebracht. Dass überhaupt Salz darin war, war _eigentlich_ eine Konzession an den an Kochkost gewöhnten Geschmack der übrigen Mitfeiernden (die Tochter & ich waren die einzigen RohköstlerInnen dort). Unraffiniertes Meersalz war es. Und weil ich bei der Zubereitung nicht gut aufgepasst hatte, eben auch noch etwas zu viel davon. Zuviel für mich, die ich sonst so gut wie gar kein Salz verwende; wenn ich etwas „salzen“ möchte, verwende ich gemahlene Algen. Außer mir fand das allerdings niemand.

Tja, und ich habe es geschmeckt & trotzdem davon gegessen – zu lecker fand ich an diesem Tag die Kombination der Sauce mit Bananen. Die Reaktion kam prompt, ich fing an zu schwitzen, und am selben Abend hatte ich mehrere unangenehm juckende Ekzeme. Am nächsten Morgen sah ich dann auch noch, anders als sonst, einigermaßen verquollen aus beim Aufwachen. Ich bin ja immer wieder begeistert & dankbar, wie gut mein Körper funktioniert – er wollte das, was ihn gestört hat, so schnell wie möglich wieder los werden. Lang gedauert hat es auch nicht, schon am nächsten Tag heilten die Ekzeme wieder ab, das Jucken hörte auf, und nach drei Tagen war nichts mehr davon zu sehen.

Das „übliche“ Essen, die sogenannte gutbürgerliche Küche, mehr noch all die künstlichen Lebensmittel, Fertiggerichte, FastFood sind viel zu stark gesalzen. Salz (& all die weiteren künstlichen Aromen etc darin) verdirbt den Geschmackssinn, es tritt eine Gewöhnung ein, so dass, wer sich dauerhaft so ernährt, immer mehr Salz im Essen braucht, damit es überhaupt noch als schmackhaft wahrgenommen wird. Klar, ohne Salz wäre wohl niemand dazu zu bewegen, derartigen Müll zu sich zu nehmen.

Bis sich der Geschmackssinn regeneriert hat, erscheint pure, ungewürzte Rohkost oftmals zu Anfang etwas langweilig – das ändert sich aber schnell. Schon nach kurzer Zeit ohne Salz werden die intensiven Geschmäcker, roh natürlich viel ausgeprägter als bei zerkochtem Essen, wahrgenommen. Gesalzenes ist jetzt plötzlich viel zu salzig, schmeckt unangenehm. Warum fallen wir dann trotzdem wieder so schnell auf den „betrügerischen“ Effekt des Salzes herein? Empfinden leicht gesalzene Speisen als lecker, mögen so auch Dinge, auf die wir pur, ungesalzen, gerade überhaupt keinen Appetit haben, Verlangen nach mehr davon?

Das Verlangen nach Salz ist das Verlangen des Körpers nach Mineralsalzen. Was wir wirklich wollen, sind die Mineralien. Die in der Kochkost, aber häufig genug auch bei rohköstlicher Ernährung, nicht ausreichend vorhanden sind. Wird dieser Appetit mit isoliertem Salz befriedigt, bekommt der Körper nicht, was er wirklich braucht. Nämlich Grünzeug! Dunkelblättriges Grün. Wildkräuter. Spinat, Petersilie, Grünkohl, Algen, Feldsalat und so weiter.

Ein Trick hier bei uns ist übrigens die Verwendung gemahlener getrockneter Algen im Salzstreuer. Das erfüllt gleichzeitig den Wunsch der Tochter nach selbstbestimmtem Salzen ihres Essens (hat sie schon vor Jahren bei Freunden & Großeltern kennengelernt und gleich übernommen), verleiht wirklich einen salzigen Geschmack & liefert tatsächlich gleichzeitig die benötigten Mineralien.

Rezept für die Erdnuss-Sauce
Für 2 Portionen

  • 2 EL rohes Erdnussmus
  • 100ml Wasser
  • 1 TL Agavennektar
  • 1 EL Limetten- oder Zitronensaft
  • Knoblauch
  • Ingwer
  • Paprikapulver
  • Gemahlene Algen (statt Salz)

Alle Zutaten im Blender oder per Hand zu einer glatten Sauce verrühren. Schmeckt köstlich zu Möhre oder Brokkoli. Oder auch – wenngleich das eine eher ungünstige Kombination ist – zu Bananen.


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